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Der alte Führungstyp hat ausgedient

Bei Diskussionen über die Digitalisierung gibt es zwei Thesen, die nahezu immer in den Raum gestellt werden. Die erste These lautet: Die Digitalisierung wird kommen. Die zweite: Die Digitalisierung wird vieles verändern. Beide Behauptungen haben eines gemeinsam: Sie sind falsch. Zum einen ist die Digitalisierung schon längst da. Zum anderen wird sie nicht vieles verändern – sie verändert fast alles.

 

Die sich wandelnden Märkte zwingen Unternehmen dazu, ihre Organisationsstrukturen neu zu denken. Vor allem Führungskräfte müssen sich neu aufstellen. Dieser Meinung sind auch ihre Mitarbeiter: Sechs von zehn Fachkräften glauben, dass das aktuelle Verhalten ihrer Vorgesetzten nicht geeignet sei, um schnell auf neue Marktdynamiken zu reagieren. Das ist das Ergebnis einer Studie, die das StepStone Research Team zusammen mit Kienbaum durchgeführt hat.

 

Doch welche Skills müssen Führungskräfte im Zuge der Digitalisierung besitzen? Und welches neue Rollenverständnis ergibt sich dadurch für die Mitarbeiter? Eine Antwort darauf ist das Prinzip der geteilten Führung (Shared Leadership). Gemeint ist die Idee, Team-Mitgliedern einzelne Führungskompetenzen oder temporär gar die gesamte Führung eines Projekts zu übergeben. Hierarchien werden dadurch flacher, Autoritäten dezentralisiert.

 

Während Mitarbeiter eines Teams gemeinsam eigene Meilensteine definieren, wechseln Führungskräfte in die Rolle des Navigators. Sie sind dadurch zwar weiterhin fest in die Arbeitsprozesse des Teams integriert, verantworten aber in erster Linie die Zusammenstellung ihrer Teams und schaffen dadurch neue Organisationsstrukturen. Genau diese neuen Strukturen sind notwendig: Die Stepstone-Analyse zeigt, dass acht von zehn Fachkräften in einem selbstverantwortlichen Team arbeiten wollen und eine möglichst selbstbestimmte Arbeitsweise präferieren. Die Absicht, innerhalb einer stark hierarchisch geprägten Organisation möglichst schnell die Karriereleiter zu erklimmen, äußern heutzutage nur noch sehr wenige Fachkräfte. Stattdessen wünschen sie sich mehrheitlich mehr Entscheidungskompetenzen und Freiheiten bei der Arbeitsplatz- und Arbeitszeitgestaltung.

 

Für Vorgesetzte ergibt sich dadurch ein völlig neues Rollenverständnis. Die Führungskraft von morgen überzeugt weder mit Durchsetzungsvermögen noch mit Allwissenheit. Sie muss vielmehr die Fähigkeit besitzen, einzelne Kompetenzen der Mitarbeiter schnell zu erkennen und miteinander zu verknüpfen. Das Credo „Wissen ist Macht“ bleibt zwar bestehen. Aber da das Fachwissen nicht allein bei der Führungskraft, sondern bei den Projektteams liegt, kommt es zu einer Verteilung der Macht. Der Einfluss kumuliert nicht an der Spitze eines Teams, sondern wandert in sich ständig wechselnde Netzwerkknoten.

 

Digitalisierung heißt Beschleunigung – und zwar auf allen denkbaren Ebenen. Eine ganz klassische Fähigkeit guter Mitarbeiterführung wird dabei auch in Zukunft bedeuten: mehr Empathie. Die Ergebnisse einer weiteren StepStone-Studie zeigen, dass neun von zehn Fachkräften ein guter Chef wichtig ist für die eigene Jobzufriedenheit. Mehr als die Hälfte aller Befragten haben sogar schon einmal den Job wegen einer Führungskraft gewechselt. Auf seine Mitarbeiter einzugehen, sie zu verstehen und ihnen Orientierung zu geben, können und werden Big Data sowie modernste Technologien nicht leisten. Man könnte auch sagen: Persönlichkeit lässt sich nicht digitalisieren.

Soweit der kuratierte Text von Sebastian Dettmers; er  ist Geschäftsführer der Online-Jobplattform Stepstone.

 

Meine Gandanken dazu sind: Wenn Mitarbeiter in Zukunft verantwortlich sind für Teilbereiche, vielleicht auch für Bereiche von Human Leadership, sollten sie dann nicht vorbereitet werden, sich in Selbstführung üben, bevor sie die Aufgaben überrollen? Die derzeitige Praxis, Mitarbeiter zu Team Leads zu ernennen und erst ein Jahr später mit einem Führungs-Workshop zu unsterstützen, führt in die Überforderung oder - schlimmer: in die Kündigung.

LEAD WITH EASE - mein Coaching macht Dich frei!

Bild von www.pexels.com bzw. unsplash.com

 

 

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